DEADWAX: Die KUNST, sich wieder berühren zu lassen

DEADWAX: Die Kunst, sich wieder berühren zu lassen

Gegenüber von Bernlochner, Ländtor, Martinskirche und Burg Trausnitz, auf der anderen Seite der Isar, befindet sich im Kaiserhof ein ungewöhnlicher Ort.

Kein Café.

Keine Bar.

Kein Konzertsaal.

Ein Listening Room.

Während draußen täglich tausende Menschen unterwegs sind, beschäftigt sich DEADWAX mit einer einfachen Frage:

Was passiert, wenn Musik wieder die Hauptsache wird?

Musik ist heute allgegenwärtig. Millionen Songs stehen jederzeit zur Verfügung. Sie begleitet Autofahrten, Arbeitstage, Sporteinheiten und den Alltag vieler Menschen.

Und doch scheint etwas verloren gegangen zu sein.

Nicht die Musik.

Sondern die Fähigkeit, ihr wirklich zuzuhören.

Während Musik früher oft ein Ereignis war, ist sie heute häufig zum Hintergrund geworden. Sie läuft nebenbei – zwischen Nachrichten, sozialen Medien und den unzähligen Reizen, die täglich um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Genau an diesem Punkt setzt DEADWAX an.

Wer ein Listening bucht, beginnt nicht mit Musik, sondern mit einem Gespräch.

Nicht jeder Mensch sucht dasselbe.

Manche sehnen sich nach Ruhe.

Andere nach Energie, Inspiration oder einer Möglichkeit, für eine Zeit aus dem Alltag auszusteigen.

Jeden Monat stehen zwölf sorgfältig ausgewählte Alben zur Verfügung – zwölf unterschiedliche Türen.

Gemeinsam wird entschieden, welche davon geöffnet werden soll.

Dann beginnt etwas, das in seiner Einfachheit fast ungewohnt wirkt.

Die Schallplatte wird aus ihrer Hülle genommen.

Sie wird aufgelegt.

Die Nadel wird abgesenkt.

Die Kopfhörer werden aufgesetzt.

Und die Außenwelt bleibt draußen.

Anders als bei einem Konzert oder einer klassischen HiFi-Vorführung hört man hier nicht über Lautsprecher. Die Musik erreicht jeden Gast ausschließlich über Kopfhörer.

Selbst beim Candle-Light Listening für zwei Personen tragen beide Gäste Kopfhörer. Das Hören und das Gespräch bleiben bewusst voneinander getrennt.

Jeder erlebt die Musik für sich.

Erst danach beginnt der Austausch.

Die Musik wird dabei nicht konsumiert.

Sie wird erlebt.

Und genau deshalb spielt Vinyl eine zentrale Rolle.

Nicht aus Nostalgie.

Sondern weil die Schallplatte Aufmerksamkeit verlangt.

Eine Playlist läuft endlos weiter.

Eine Schallplatte nicht.

Sie hat einen Anfang und ein Ende. Sie verlangt eine bewusste Entscheidung. Und sie macht Zeit sichtbar.

Während sich die Platte dreht, wandert der Tonarm langsam Richtung Deadwax – der Auslaufrille am Ende jeder Schallplatte, von der das Projekt seinen Namen hat.

Vielleicht liegt gerade darin eine besondere Symbolik.

Denn auch ein Listening ist vergänglich.

Es existiert nur in diesem Moment.

Danach bleibt lediglich die Erinnerung.

Neben den regulären Listenings entstehen regelmäßig besondere Formate.

Beim Candle-Light Listening teilen zwei Menschen denselben Raum, dieselbe Musik und dieselbe Zeit – erleben sie jedoch zunächst unabhängig voneinander.

Für den Sommer entsteht darüber hinaus ein Perseiden Listening. Inspiriert vom jährlichen Meteorstrom verbindet dieses Format Musik mit einem Gedanken, der viele Menschen seit jeher fasziniert: Manche Sternschnuppen waren Millionen oder sogar Milliarden Jahre unterwegs, bevor sie für wenige Sekunden sichtbar werden und wieder verschwinden.

Gerade ihre Vergänglichkeit macht sie kostbar.

Vielleicht gilt das auch für besondere Momente.

DEADWAX versteht sich deshalb nicht nur als Musikprojekt.

Es ist ein kulturelles Experiment.

Die zentrale Frage lautet nicht, ob Menschen heute Musik hören.

Die Frage lautet, ob sie sich noch die Zeit nehmen, sich von etwas wirklich berühren zu lassen.

Denn möglicherweise ist Aufmerksamkeit nicht die knappste Ressource unserer Zeit.

Vielleicht ist es Tiefe.

Weitere Informationen, Kontakt und Buchung unter www.deadwax.de

Fotos: DEADWAX

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